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Langweilig wird es nicht!

Ferdinand Kölli Kurs H4 2008


Mein Weg zu der Ausbildung ist sicherlich etwas speziell. Mit dem Abitur in der Tasche ging ich zur Bundeswehr. Nach der Bundeswehr habe ich für drei Semester ein Ingenieurfach studiert. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit anderen Menschen zu kurz kommt. Bei einem Praktikum in einer psychiatrischen Einrichtung habe ich das Berufsbild der Pflege kennengelernt und mich für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger entschieden. Auf das EBZ wurde ich durch ein Gespräch mit einem mir bekannten Lehrer aufmerksam.

In meinem Bewerbungsgespräch stellten mir die Lehrer die Inhalte der Ausbildung und deren Aufteilung über die kommenden drei Jahre vor. Die Ausbildung ist zweigeteilt, in schulische Theorie-Lektionen und Praxiseinsätzen am Patienten. Sie wechseln sich alle paar Wochen ab. Dadurch wird die Neugier immer wieder geweckt und Gelerntes kann in der Praxis ausprobiert werden. Dort lernt man die vielen Facetten des Berufes in seinen ganzen Fachrichtungen kennen.

Das erste Jahr fängt man in seinem Ausbildungs-Krankenhaus an und arbeitet auf inneren und chirurgischen Stationen mit. Das zweite Jahr ist gekennzeichnet von externen Einsätzen wie Pädiatrie, Psychiatrie, Geburtshilfe & Frauenheilkunde, Urologie, evtl. auch Hospiz und Behindertenhilfe. Natürlich bekommt auch der wachsende Bereich der nicht stationären Versorgung durch eine Mitarbeit auf einer ambulanten Station seinen berechtigten Stellenwert.
Gegen Ende der drei Jahre steht dann der herausfordernde Einsatz auf einer Intensivstation an. Dieser hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Man versorgt viel weniger Patienten als auf einer Normalstation, dafür aber umso intensiver.

Mit einer beachtlichen Anzahl an Seminaren und Exkursionen schafft das EBZ einen besonderen Freiraum und Rahmen, um intensiv Themen wie Teamarbeit, zwischenmenschliche Kommunikation oder den Umgang mit Sterben und Tod zu beleuchten. In meinem jetzigen Berufsleben erinnere ich mich immer wieder an sie zurück und kann die Inhalte im Umgang mit Patienten, Angehörigen und Kollegen einsetzen.
Das EBZ ist auf Zack neben dem Unterricht zusammen mit der SMV weitere Aktionen anzubieten. Sportlich kommt man auf seine Kosten beim Stuttgarter Firmenlauf oder auch dem legendären Tischkicker-Turnier. Gemütliches Zusammensitzen und amüsante Stunden kann man auf Feierlichkeiten und an Grillabenden miterleben.

Gegen Ende der Ausbildung stellt sich die Frage, in welcher Fachrichtung man anfangen möchte. Der Bedarf an Gesundheits- und Krankenpflegern ist riesig, bei der Auswahl des Arbeitgebers hat man sozusagen freie Hand.
Mich interessiert die Arbeit mit schwerkranken Patienten. Und so führte der Weg an eine Münchner Uni-Klinik mit Maximalversorgung. Was ich nach meinem ersten Berufsjahr sagen kann: „Die Ausbildung legt die Basis für die selbstverantwortliche Arbeit am Patienten. Gerade da geht dann das Lernen und Sammeln neuer Erkenntnisse tagtäglich weiter. Eines ist garantiert, Langeweile kommt dabei nicht auf!“