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Kunst trotz(t) Demenz










„Wie geht das?“ fragte sich so mancher unserer Auszubildenden und vor allem: „ Warum gehen gerade wir da hin?“ Gemeint ist die Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“, die von Ende Juni bis Ende Juli im Hospitalhof in Stuttgart zu sehen war.

Im Pflegealltag stellen uns Demenzkranke oft vor große Herausforderungen. Sie tun meistens nicht das, was wir von ihnen wollen, benötigen viel Zeit und Aufmerksamkeit und nicht selten spiegeln sie uns unsere eigenen Schwächen, indem sie auf ihre ganz eigene Art, etwa durch ihr Verhalten, die Dinge hinterfragen, die wir mit ihnen veranstalten.

Demenz ist ein Krankheitsbild, das geprägt ist durch den Verlust der intellektuellen Fähigkeiten, das Verschwinden von Erinnerungen und eine starke Veränderung der Persönlichkeit. Demenz spricht im täglichen Umgang viele Aspekte des Menschseins in verstärktem Maße an. Unsere Vorstellungen, was zum Menschen gehört, werden hinterfragt oder gar auf den Kopf gestellt: Bedürfnisse, Erwartungen, Haltungen, Selbst- und Fremdbild, Menschenbild, Identität, Vertrauen, Würde, um nur einige zu nennen.

Im Rahmen der Ausstellung im Spitalhof eröffneten die Mittel der Kunst inspirierende und vielfältige Wege des Zugangs zu Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Namhaften Künstlern wie z.B. Jörg Immendorff oder Joseph Beuys ist es gelungen, dadurch besonders einen Aspekt heraus zu stellen: Jeder Mensch ist kostbar!

In diesem Sinne trotzt Kunst der Demenz, indem sie zum Nachdenken anregt und begreifbar macht, welchen Stellenwert Individualität, Begegnung und Gemeinschaft für uns alle haben. Deshalb besuchten wir im Rahmen der Ausbildung diese Ausstellung, da für uns in der Pflege diese Perspektive sehr wichtig ist.

Zur Ausstellung "Kunst trotz(t) Demenz"